Die Saison ist aufgearbeitet, der Urlaub geplant. Und trotzdem laufen die HSV-Vorbereitungen auf die kommende Spielzeit auf Hochtouren.
Merlin Polzin reist in den nächsten Tagen in die USA, um nach einem kräftezehrenden Jahr abzuschalten. Einem Thema kann und will sich der Cheftrainer aber nicht vollends entziehen: der eigenen Kaderplanung. Zu eng ist die Abstimmung mit Sportdirektor Claus Costa, für den Polzin einmal pro Tag erreichbar sein wird. Ein rotes Telefon nach Hamburg ist allerdings nicht von Nöten.
Vereinsintern ist längst festgelegt, welche Spielertypen verpflichtet werden sollen. „Die Profile sind klar definiert. Es gibt von Trainerseite aus kein Entweder-oder, denn es ist klar, wie wir agieren wollen“, erklärte Polzin im Abendblatt-Podcast „HSV, wir müssen reden“ und schob hinterher: „Das Schlagwort ist Intensität.“

HSV: Was Polzin unter „Intensität“ versteht
Das gelte jedoch nicht nur im klassischen Sinne von Laufleistung oder Sprintstatistik. Dass der HSV in diesen Kennzahlen zu den schwächsten Teams der Bundesliga gehörte, spielt für den Coach nur eine untergeordnete Rolle. „Intensität definiert sich nicht über die Kilometeranzahl“, erklärt er. Entscheidend seien vielmehr „Stabilität in Zweikämpfen, schnelle Umschaltmomente im Kopf und mehr Power, Fußball zu spielen“. Genau danach wird der HSV auf dem Markt suchen.
Polzins Anspruch ist es, Spieler zu verpflichten, die aggressiv gegen den Ball arbeiten, defensiv zuverlässig agieren und gleichzeitig flexibel genug sind, um verschiedene Spielphasen mitzugestalten. Denn auch wenn für ihn „das Verteidigen“ weiterhin an erster Stelle steht, sollen die Rothosen fußballerisch den nächsten Schritt gehen. Mehr „gezielter Ballbesitzfußball“ gehört künftig ebenso zum Plan.
Schon vor einigen Tagen vermeldete die Sport Bild, dass der HSV seine Spielphilosophie in Teilen weiterentwickeln und situativ dominanter agieren wolle. Die defensive Dreierkette wird dennoch fester Bestandteil des eigenen Spielsystems bleiben. Mit einer norddeutschen Version des „Voetbal Total“ ist also nicht zu rechnen. Viel eher will der (Ex)-Aufsteiger weiterhin ein unangenehmer und schwer zu schlagender Gegner sein.

