Bei Werder Bremen herrscht vor dem Nordderby gegen den HSV eine Mischung aus Frust und maximaler Entschlossenheit vor.
Die 1:3-Niederlage beim 1. FC Köln sorgte dafür, dass die Grün-Weißen nur wenige Tage vor dem richtungsweisenden Duell der Hansestädte auf den 15. Tabellenplatz abrutschten.
„Du musst hier in Köln von der ersten Minute an da sein. Und das waren wir ganz einfach nicht“, kritisierte Sportchef Clemens Fritz seine Mannschaft im Anschluss. Worte, die die Defizite in Schärfe, Konzentration und Präsenz auf den Punkt brachten. Auch der erfahrene Mittelfeldmann Leonardo Bittencourt sprach von einem „Scheißtag“, wollte den Blick aber schnell nach vorne richten.
Denn das Heimspiel gegen den HSV hat für die Bremer enorme Bedeutung. „Es ist ein Nordderby und es ist sehr, sehr wichtig“, betonte Bittencourt und kündigte eine klare Reaktion an: „Am Wochenende heißt es dann: Mit Messer zwischen den Zähnen – und rauf auf den Platz.“
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Werder-Fans mit Ansage in Richtung HSV!
Dass diese Botschaft auch bei den Fans längst angekommen ist, zeigte eine provokante Choreografie vor dem Auswärtsspiel in Köln. Neben dem Bremer Stadt-Wappen war ein Transparent mit der Aufschrift „Bremen holt den Derbysieg. Wir kriegen euch alle“ zu sehen. Besonders brisant: In das Wort „euch“ war die HSV-Raute integriert und mit einem roten Kreuz markiert. Damit sendeten die Werder-Anhänger ein unmissverständliches Signal in Richtung Hamburg.

Doch auch die eigene Mannschaft dürfte Adressat dieser Botschaft gewesen sein. Sportlich steht Werder nämlich unter noch größerem Druck als der HSV. Mit einem Derbysieg bietet sich nun die Chance, zumindest nach Punkten mit den Rothosen gleichziehen. Gleichzeitig wiegt der Ausfall von Kapitän Marco Friedl schwer. „Er ist ein wichtiger Spieler, das tut dann auch weh“, erklärte Bittencourt. Trotzdem steht einer maximal brisanten Derbywoche nicht viel im Wege.

