Albert Grønbaek feierte im Heimspiel gegen Augsburg mit reichlich Verspätung sein HSV-Debüt, machte aber direkt auf sich aufmerksam.
Dabei befand sich seine Mannschaft in einer schwierigen Situation. Der offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler kam nämlich in der 67. Minute infolge des Platzverweises gegen Miro Muheim, sodass die eigentliche Hauptaufgabe für ihn und seine Teamkollegen darin bestand, das Unentschieden zu halten. Doch der HSV trat zu zehnt aber sehr beherzt auf und schnupperte in der Schlussphase sogar mehrfach am Siegtreffer.
Grønbaek steuerte einen großen Moment bei, seine scharfe Direktabnahme aus rund 30 Metern lenkte der Augsburger Keeper Finn Dahmen mit den Fingerspitzen an den Außenpfosten. „Das wäre natürlich unglaublich gewesen. Ich habe den Ball sehr gut getroffen“, so der Däne nach Spielende (via Mopo). Ohnehin zeigte er sich glücklich mit seinem Einstand: „Es war unglaublich. Die Fans haben uns viel Energie gegeben, vor allem, als wir sie am meisten brauchten. Und dann bin ich stolz, auch stolz auf das Team, wie wir mit der Situation umgegangen sind.“

Grønbaek spielt um HSV-Verbleib
Ursprünglich sollte Grønbæk eine wesentlich größere Rolle in der Rückrunde spielen. Doch zunächst litt er nach seiner Ankunft unter fehlender Wettkampfhärte aufgrund der geringen Spielzeit bei der vorherigen Leihstation in Genua, ehe dann auch noch eine unangenehme Faszienverletzung im Oberschenkel folgte. So mussten sich der HSV und der Rechtsfuß rund zwei Monate bis zum Debüt gedulden.
Die Darbietung des Rechtsfußes war nicht nur aufgrund des haarscharf verpassten Siegtores vielversprechend. Grønbaek ergänzte sich direkt sehr gut mit Fábio Vieira und Albert Sambi Lokonga, den beiden besten Fußballern im Hamburger Kader. „Es war definitiv ein sehr gelungener Auftritt von Albert“, erkannte auch Trainer Merlin Polzin und forderte, dass sich sich der Winter-Neuzugang weiter im Training anbieten müsse.
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Grønbaek wird versuchen, der Forderung nachzukommen: „Für mich ist es einfach wichtig, ihm zu zeigen, dass ich bereit bin, und dann wird er mich hoffentlich einsetzen.“ Die nächsten Wochen entscheiden über seine sportliche Zukunft. Der HSV besitzt nämlich eine Kaufoption. Fünf Millionen Euro würden an Stade Rennes, wo der achtfache dänische Nationalspieler keine Rolle mehr spielt, fließen.
Damit die Verantwortlichen diese vergleichsweise hohe Summe investieren, benötigt es weitere überzeugende Auftritte. Dennoch bleibt Grønbaek gelassen, will Schritt für Schritt zu alter Stärke finden: „Eins nach dem anderen. Ich kam rein und habe 20 Minuten gespielt. Das war gut, ein schönes Gefühl, denn ich habe seit Dezember keinen Fußball gespielt. Das ist lang.“ Das Augsburg-Spiel könnte sich für ihn langfristig als Wendepunkt erweisen.
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