Der HSV muss im wichtigen Heimspiel gegen den FC Augsburg (4. April) auf einen absoluten Schlüsselspieler verzichten.
Diese bittere Erkenntnis geht ausgerechnet auf eine Szene zurück, die mehr mit Emotionen als mit sportlicher Notwendigkeit zu tun hatte. Mittelfeldmotor Nicolai Remberg sah beim dramatischen 2:3 in Dortmund seine zehnte gelbe Karte der Saison. Das geschah kurioserweise, als die erste Halbzeit bereits beendet war.
Auslöser war ein Wortgefecht und Gerangel mit Karim Adeyemi. Nachdem dieser HSV-Profi William Mikelbrencis nach einem zuvor abgepfiffenen Zweikampf geschubst hatte, schaltete sich Remberg ein. „Adeyemi ist dann trotzdem voll rein“, erklärte der 25-Jährige später. Für ihn eine Frage der Haltung: „Ich finde, das gehört sich nicht, von hinten zu schubsen, wenn schon abgepfiffen ist.“
Dass er eingriff, sieht Remberg fast als Pflicht: „Deswegen bin ich dann hin. Leider geht kein anderer von uns hin, das muss ich immer machen.“ Doch genau dieses Einschreiten wurde ihm zum Verhängnis. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck zeigte beiden Spielern gelb, was für Remberg gleichbedeutend mit einer Sperre ist.

HSV: „Wir müssen uns daran hochziehen, dass…“
„Es ist bitter, denn ich bin da nicht aggressiv hingegangen“, ärgerte sich der Mittelfeldmann im Anschluss. Gleichzeitig zeigte er sich realistisch: „Aber irgendwann wäre es eh passiert.“ Tatsächlich war seine Sperre angesichts der Vielzahl an Verwarnungen fast absehbar. Der Zeitpunkt ist allerdings denkbar ungünstig.
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Denn so fehlt Remberg ausgerechnet im richtungsweisenden Duell gegen Augsburg. Gegen die Fuggerstädter, die einen Punkt vor dem HSV auf Rang neun liegen, kann nach der Länderspielpause vor den eigenen Fans ein weiterer und womöglich vorentscheidender Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht werden.
Den in Dortmund angestauten Frust wollen die Hanseaten dann in positive Energie umwandeln. „Wenn du hier 2:0 führst und dann verlierst, ist das bitter“, sagte Remberg, betonte aber auch: „Ich bin trotzdem stolz.“ Seinen Teamkollegen gibt er eine dementsprechend klare Marschroute mit auf den Weg: „Wir müssen uns daran hochziehen, dass wir gegen einen Champions-League-Teilnehmer geführt haben.“

