Der HSV musste sich Borussia Dortmund trotz 2:0-Pausenführung geschlagen geben. Viele Fans haderten vor allem mit einem von Merlin Polzin getätigten Wechsel.
Es lief die 67. Minute, als Damion Downs und der sich immer noch ans Tempo in der Bundesliga gewöhnende Fabio Baldé für Fábio Vieira sowie Philip Otele kamen. 17 Minute später hatte der BVB das 0:2 in ein 3:2 umgebogen und rang einen in der ersten Hälfte noch sehr couragiert auftretenden Hamburger SV nieder. „Die Wechsel waren leider ein Eigentor“ oder „Zweite Halbzeit absolut vercoacht leider“ lautete die ziemlich einstimmige Fan-Einschätzung in den sozialen Medien nach Spielende.
Insbesondere die Herausnahme von Vieira, dem mit Abstand technisch stärksten und daher auch ballsichersten Spieler im Kader, warf Fragen auf. Denn der HSV schaffte schon zuvor angesichts des zunehmenden Dortmunder Drucks nur noch wenig Entlastung. Diese verringerte sich nochmals erheblich nach dem Ausscheiden des Portugiesen, der das zweite Tor mit einem wunderbaren Zuspiel auf Sambi Lokonga vorbereitete. Der für ihn gekommene und in die Spitze gerückte Downs wirkte mit seiner Aufgabe wieder einmal überfordert, kam nicht über drei Ballkontakte hinaus.

HSV klappt nach dem Seitenwechsel zusammen
So war es letztlich eine Frage der Zeit, bis sich das Dortmunder Anrennen – wenn auch dank zweier Elfmeter – im Ergebnis widerspiegelte. Der HSV fand auf den Rückstand keine Antwort mehr, blieb in der zweiten Hälfte sogar ohne jeglichen Torabschluss. Dabei war der Mannschaft laut Trainer Merlin Polzin bewusst, was sie nach dem Seitenwechsel erwartet: „Es war mir sehr wichtig, Dinge anzusprechen, weil wir wussten, was auf uns zukommt.“
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Dennoch mussten die unter dem Dauerdruck zerfallen Hanseaten drei Gegentore binnen zehn Minuten schlucken. Einerseits trugen die im ersten Abschnitt noch sehr behäbigen Dortmunder mit ihrem deutlich energischeren Auftreten dazu bei, andererseits agierte der HSV viel zu passiv und befand sich – abgesehen vom herausragenden Torhüter Daniel Heuer Fernandes – generell weit vom vorherigen Niveau entfernt. Polzin sprach dementsprechend von einem „extrem bitteren Abend“, aus dem er womöglich einige Lehren für sich ziehen wird.

