Köln-Trainer Lukas Kwasniok ist ein Mann für klare Worte und so manche ungewöhnliche Anekdote. Das bewies er nach dem Spiel gegen den HSV ein weiteres Mal.
Nachdem der 44-Jährige das 1:1-Unentschieden zunächst fachgerecht und einigermaßen unspektakulär eingeordnet hatte, lief er im weiteren Verlauf der Pressekonferenz immer mehr zur Hochform auf. Das Ergebnis aus Kölner Sicht bewertete er folgendermaßen: „Es gibt nur einen, null oder drei Punkte. Heute wäre vielleicht ein Tag, an dem für uns auch zwei Punkte möglich gewesen wären.“ Erst am vergangenen Wochenende hatte er die bisherige Köln-Saison mit einem Tennis-Match verglichen.
Im Anschluss an diesen ersten Schenkelklopfer plauderte Kwasniok unter anderem über seinen ehemaligen Schützling Nicklas Shipnoski, den er während seiner Zeit beim 1. FC Saarbrücken trainierte. „Ich weiß, es interessiert niemanden“, holte der Effzeh-Coach grinsend aus, „aber der hat die Hälfte seiner Tore am zweiten Pfosten gemacht. Das hat ihm einen Vertrag in Düsseldorf gebracht.“
Hintergrund: Eine von Rav van den Berg auf den zweiten Pfosten verlängerte und von Said El Mala verwertete Ecke führte wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 1:1 gegen den. Genau so soll es jener Nicklas Shipnoski einst in Saarbrücken gemacht haben.

Kwasniok gratuliert Polzin zu HSV-Jubiläum
In der Folge wurde es sogar noch kurioser: Kwasniok unterbrach einen Antwortversuch von Merlin Polzin und forderte die anwesenden Medienvertreter dazu auf, für das 50. Pflichtspiel des HSV-Trainers zu applaudieren. „50 Spiele in einem Traditionsverein schafft nicht jeder“, sagte er anerkennend – wohlwissend, dass ihm bei einer Derby-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach (21. März) selbst das Aus drohen könnte.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Die Resonanz spiegelte sich zwar weniger in Form von Beifall, sondern viel eher in lautstarkem Gelächter wieder, doch sein Ziel, „eine Pressekonferenz auch mal anders zu gestalten“, hatte Kwasniok spätestens in diesem Moment erreicht.
Polzin, der den Ausführungen seines Kollegen mit einem Dauergrinsen auf dem Gesicht beiwohnte, bedankte sich artig und erklärte: „Es ist immer sehr amüsant, dir zuzuhören.“
Ein insgesamt mauer Fußballabend im Volksparkstadion fand letztlich also doch noch ein unterhaltsames Ende. Ärgerlich nur, dass die 57.000 Zuschauer dieses Spektakel allerhöchstens im Internet verfolgen konnten.

