Beim HSV läuft die Suche nach einer neuen sportlichen Führungsfigur weiterhin. Seit der Trennung von Stefan Kuntz im Dezember 2025 ist der Posten des Sportvorstands unbesetzt.
Diese Situation wurde von Ex-Amtsinhaber Jonas Boldt nun deutlich kritisiert. Der frühere HSV-Manager äußerte sich in der TV-Sendung Sky90 besorgt über die aktuelle Struktur der Klubführung. „Es wäre fahrlässig, wenn ein Bundesliga-Klub nur mit einem Vorstand oder Geschäftsführer in die Zukunft geht“, warnte Boldt und spielte damit auf die derzeitige Verteilung der Zuständigkeiten an.
Aktuell liegt die sportliche Verantwortung beim Sportdirektor Claus Costa, der gemeinsam mit Finanzvorstand Eric Huwer die operative Handlungsfähigkeit des Vereins sicherstellen soll. Doch aus Sicht Boldts ist diese Konstellation langfristig problematisch. „Das Geschäftsmodell ist inzwischen so komplex, dass es schwer ist, das auf zwei Schultern zu verteilen. Ich habe das selbst ein paar Monate lang gemacht. Ich hatte zwar eine gute zweite Reihe, aber mir hat der Austausch mit meinen Partnern sehr gutgetan, auch Meinungsverschiedenheiten zu haben und trotzdem gemeinsam eine Richtung zu finden“, machte der 44-Jährige klar.

HSV: Folgt Costa auf Kuntz?
Gerade bei einem Verein mit der öffentlichen Aufmerksamkeit des HSV hält Boldt eine klar besetzte Führungsstruktur für besonders wichtig. „Gefährlich“ und „nicht gut“ sei es, wenn die Verantwortung aktuell hauptsächlich auf Costa laste, erklärte der ehemalige Sportvorstand. Besonders bei einem Klub „mit so viel Strahlkraft, wo äußere Einflüsse schnell etwas verändern können“, brauche es mehrere starke Entscheidungsträger.
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Während innerhalb des HSV weiterhin über eine dauerhafte Lösung beraten wird, wurde Costa selbst in den vergangenen Wochen zunehmend als direkter Nachfolger von Kuntz gehandelt. Ob die Rothosen diesen Schritt tatsächlich gehen oder extern nach Verstärkung fahnden, dürfte sich endgültig erst nach Saisonende entscheiden.

