Der HSV siegt im Kellerduell beim VfL Wolfsburg und schaffte den Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Sein Kontrahent konnte die Niederlage nur schwer akzeptieren.
Denn nach sehr umkämpften insgesamt 104 Minuten Spielzeit kam es nicht zu den üblichen Shakehands. Stattdessen gingen beide Mannschaften aufeinander los, sodass eine große Rudelbildung entstand. Schiedsrichter Dr. Florian Exner – der zuvor schon alle Hände voll zu tun hatte und gleich drei Elfmeter gab – schaffte es zunächst nicht, für Beruhigung zu sorgen. Letztlich zeigte er dem Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller die Rote Karte. Auf Hamburger Seiten sah Fabio Baldé Gelb.
Nicolai Remberg befand sich inmitten der Tumulte. Im Sky-Interview berichtete er: „Ich habe herübergeschaut. Da stand unser Co-Trainer Ritschi mit drei Wolfsburgern. Dann kam noch einer vom VfL-Staff dazu und hat sich Ritschi auch noch gepackt. Dann bin ich natürlich auch rüber. Ich würde nie einen von uns alleinlassen. Da musste ich dazu kommen, wenn er umzingelt wird. Ich glaube aber, dass nichts wirklich Schlimmes passiert ist.“

HSV-Co-Trainer in Tumulte verwickelt
Weiter thematisieren wollte Remberg die Vorfälle nicht. Denn „irgendwie gehört das auch dazu. Das hat man ja auch durch die Reaktion der Wolfsburger Fans gemerkt. Es stand viel auf dem Spiel“. Die VfL-Anhänger ließen ihrem Frust über das verlorene Kellerduell freien Lauf. „Chance vertan – Rückhalt verspielt“ lautete es auf einen Banner, ehe Massen an Pyrotechnik in Richtung Spielfeld flogen.
Die Spieler selbst standen teilnahmslos anbei, nachdem sie sich zuvor in der Rudelbildung aufrieben. Auf den TV-Bildern lässt sich erkennen, dass eine Bemerkung von Maximilian Arnold für erhebliche Ärgern beim sonst zwar leidenschaftlichen, aber besonnen HSV-Co-Trainer Richard Krohn sorgte. Den Inhalt wollte Chefcoach Merlin Polzin nicht preisgeben, betonte aber: „Es gibt Dinge, die bei aller sportlicher Rivalität da nichts zu suchen haben. Da sind definitiv Worte gefallen, die wir intern geklärt haben. Die nirgendwo hingehören.“
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Zweifellos wird sich auch der DFB-Kontrollausschuss die Tumulte nochmals anschauen, könnte es doch zur ein oder anderen groben Unsportlichkeit gekommen sein, die dem Schiedsrichtergespann und auch dem VAR entging. Möglicherweise wird auch der HSV Stellung beziehen müssen. Der Fokus dürfte dann aber bereits auf dem am Samstag anstehenden Heimspiel gegen den 1. FC Köln liegen.
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