Mit seinem verwandelten Strafstoß sorgte Jean-Luc Dompé für die Entscheidung im Abstiegsshowdown zwischen dem HSV und dem VfL Wolfsburg.
Dass ausgerechnet Dompé zum entscheidenden Elfmeter antrat – und nicht Verteidiger Luka Vušković, der den ersten Strafstoß zum 1:1 verwandelte –, hatte mehrere Gründe.
Denn hinter dem Franzosen liegen schwere Wochen. Nach dem 0:0 gegen Borussia Mönchengladbach Mitte Januar stand er fast zwei Monate lang nicht mehr in der Startelf. Kurz darauf folgte sogar eine vorübergehende Suspendierung nach einer Alkoholfahrt. Auch nach seiner Rückkehr musste sich Dompé zunächst hinter Konkurrent Philip Otele anstellen. In Wolfsburg standen beide Flügelspieler nun erstmals gemeinsam in der Startformation.

HSV-Coach: „Haben einen Kreis an Elfmeterschützen“
In der ersten Hälfte blieb Dompé noch ohne entscheidende Szene. Den ersten HSV-Elfmeter verwandelte Vušković, obwohl der Verteidiger den Ball nur mit Glück und mithilfe von Wolfsburgs Keeper Kamil Grabara im Tor unterbrachte. Als später der nächste Strafstoß fällig wurde, überließ der Kroate seinem Teamkollegen den Vortritt. „Den zweiten Elfmeter wollte ich Dompé geben“, erklärte Vušković nach der Partie.
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HSV-Trainer Merlin Polzin verwies auf die interne Regelung der Hamburger. „Wir haben einen Kreis an Elfmeterschützen“, sagte er und ergänzte: „Ob das dann Bobby Glatzel ist, Fábio Vieira oder Luka Vušković. Es ist eine Reihenfolge, die vorgegeben ist.“ Da Stürmer Robert Glatzel und Mittelfeldspieler Fábio Vieira in diesem Moment auf der Bank saßen, übernahm Dompé schließlich die Verantwortung.
Vor den lautstarken Wolfsburger Fans setzte der Flügelspieler den Ball sicher in die linke untere Ecke. Für Polzin ein starkes Signal nach den turbulenten Wochen seines Schützlings: „Dass er nach all dem, was in der Vergangenheit über ihn gesprochen, geschrieben und vielleicht zu Recht geurteilt wurde, die Verantwortung in diesem Spiel übernimmt, spricht ganz klar für den Jungen.“ Dompé habe sichtbar etwas zurückgeben wollen. Und genau das gelang ihm mit seinem entscheidenden Treffer.

