Beim 0:1 des HSV gegen Bayer Leverkusen bot sich Luka Vuskovic in der achten Minute der Nachspielzeit die riesige Chance zum Ausgleich. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor.
Nach einer letzten Hereingabe tauchte der 19-Jährige plötzlich im Strafraum auf. Zunächst scheiterte er aus vier Metern am stark reagierenden Leverkusener Keeper Janis Blaswich. Der Abpraller fiel erneut vor seine Füße – doch Vuskovic köpfte den Ball aus kürzester Distanz nur an die Latte. Sekunden später pfiff der Schiedsrichter ab.
Was folgte, war ein emotionaler Ausbruch des Kroaten. Vuskovic trat mehrfach wütend gegen den Pfosten, schleuderte später seine Schuhe auf die Auswechselbank. Der pure Frust nach einer verpassten Last-Second-Chance war ihm sichtlich anzumerken.
Trainer Merlin Polzin zeigte dafür Verständnis. „Luka lebt von seiner Emotionalität. Ich glaube, wenn du vor fast 60.000 Fans gegen so eine Mannschaft kurz vor Schluss die Chance hast, dann ist es völlig normal, dass die Emotion auch raus muss“, erklärte der HSV-Coach nach Abpfiff. Mit einem Lächeln ergänzte er mit Blick auf die bearbeiteten Pfosten: „Ich bin sicher, dass die Tore in Hamburg stabil sind und das abfangen.“

HSV plötzlich wieder unter Zugzwang
Auch Mitspieler Nicolai Remberg nahm seinen Teamkollegen in Schutz. Der Mittelfeldspieler kennt die außergewöhnlichen Fähigkeiten des jungen Verteidigers aus gemeinsamen Trainingseinheiten: „Wir spielen so oft Teqball, da macht Luka mit dem Fuß und dem Kopf Sachen, die habe ich noch nie gesehen.“ Entsprechend groß war der Frust über die vergebene Chance. Doch Kritik wollte Remberg keinesfalls üben: „Bei der Szene jetzt macht ihm niemand einen Vorwurf. Da wird er selbst drüber nachdenken.“
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Für Vuskovic war es nicht das erste Mal in dieser Saison, dass er nach einer vergebenen Großchance mit dem Pfosten Bekanntschaft machte. Schon im Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim (2:1) schlug er wütend auf den gegnerischen Kasten ein.
Damals gewann der HSV allerdings, dieses Mal blieb es bei einer Heimniederlage – der zweiten innerhalb von nur drei Tagen. Gegen Kellerkind VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) ist die Mannschaft also gut daran beraten, wieder ins Punkten zu kommen. Und wer Vuskovic kennt, der weiß: Nach dieser Szene wird er motivierter denn je sein!

