Nicolas Capaldo hat bewegte Monate hinter sich. Beim HSV erlebte der Argentinier eine durchwachsene Vorbereitung, einen missglückten Saisonstart und den anschließenden Aufschwung.
Dabei veränderte sich nicht nur die sportliche Lage des Teams, sondern auch seine eigene Rolle mehrfach. Eigentlich war der 27-Jährige als Ersatz für den nach Brügge gewechselten Vize-Kapitän Ludovit Reis verpflichtet worden. Capaldo sollte als dynamischer Box-to-Box-Spieler die Achterposition bekleiden und begann die Saison auch genau dort – an der Seite von Abräumer Nicolai Remberg im zentralen Mittelfeld.
Doch nach der schweren Verletzung von Warmed Omari am 5. Spieltag rückte er kurzerhand auf die rechte Position der neu formierten HSV-Dreierkette. Absolutes Neuland für den Südamerikaner. „Auf dieser Position habe ich noch nie gespielt“, erklärte er im Interview mit HSV.de, doch „mit der Zeit fühlte ich mich immer wohler.“
Und tatsächlich lieferte Capaldo. Mit konstant starken Leistungen avancierte er zu einem der verlässlichsten Profis im Kader. Seine Intensität und sein unermüdlicher Einsatz, exemplarisch zu sehen bei den Remis gegen Borussia Dortmund (1:1) und den FC Bayern (2:2), unterstreichen seinen Wert. Die Rolle als Vize-Kapitän, der in Abwesenheit von Yussuf Poulsen häufig sogar die Binde trägt, ist die logische Konsequenz.
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Übernimmt Capaldo beim HSV auf der rechten Seite?
Mit Omaris äußerst gelungenem Comeback rückt die Positionsfrage allerdings wieder in den Fokus. Vieles deutet darauf hin, dass Capaldo künftig auf der rechten Schiene zum Einsatz kommen könnte. Auf jener Position also, auf der beim HSV in dieser Saison bislang am meisten rotiert wurde. Achtmal begann Giorgi Gocholeishvilli, siebenmal erhielt William Mikelbrencis den Vorzug, sechsmal startete Bakery Jatta. Zuletzt war Jatta gesetzt und erledigte seine Aufgaben solide, aber ohne dabei nachhaltig zu überzeugen.
Capaldo bringt hingegen ein Profil mit, das wie gemacht erscheint für diese Rolle. Schon in Salzburg wurde er phasenweise als Rechtsverteidiger eingesetzt. Seine ausgeprägte Zweikampfstärke, enorme Laufbereitschaft und sein Drang nach vorne machen ihn zu einer durchaus vielversprechenden Option.
Alternativ könnte er kurzfristig auch ins Mittelfeld-Zentrum zurückkehren, zumal Stamm-Achter Sambi Lokonga mindestens drei Wochen ausfallen wird. Gerade gegen spielstarke Gegner wie RB Leipzig (1. März) oder Bayer Leverkusen (4. März) wäre Capaldos Physis gefragt.
Wo auch immer er letztlich aufläuft – fest steht: Auf Capaldo ist ohnehin Verlass. Oder wie er selbst sagt: „Das Team kann immer auf mich zählen, egal, wo ich gebraucht werde.“

