Die ohnehin angespannte Personalsituation in der Offensive des HSV hat sich dramatisch zugespitzt. Trainer Merlin Polzin muss für einen unbestimmten Zeitraum auf Flügelspieler Jean-Luc Dompé verzichten.
Der Franzose wurde „bis auf Weiteres“ vom Trainings- und Spielbetrieb suspendiert. Hintergrund ist ein Vorfall am vergangenen Sonntag, als Dompé bei einer Verkehrskontrolle mit 1,4 Promille Alkohol im Blut erwischt wurde und seinen Führerschein abgeben musste.
Polzin stellte die Entscheidung auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel (Samstag, 18.30 Uhr) vor allem in einen wertebasierten Kontext. „Keiner ist größer als der Verein. Die Mannschaft und der Verein stehen immer an erster Stelle“, machte er deutlich.
Der HSV trete für klare Verhaltensmaßstäbe ein, die man mit der Suspendierung bekräftigt habe – „auch wenn es für die sportliche Situation nicht einfach ist“. Laut Polzin sei der Entschluss „einstimmig und klar“ gefallen.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
„Ist ja völlig logisch“: HSV beobachtet den Transfermarkt
Wie lange Dompé fehlen wird, bleibt vorerst offen. Nach dem Heimspiel gegen Bayern wolle man „über weitere Schritte sprechen“. Doch unabhängig von der letztendlichen Konsequenz trifft der Ausfall den HSV an einer empfindlichen Stelle. Dompé ist zweifelsohne ein Aktivposten und gehört zu den dribbelstärksten Akteuren im Kader.
Hinzu kommt die schwere Verletzung von Alexander Rössing-Lelesiit, dem nach einem Syndesmosebandriss im Stadtderby sogar das Saisonaus droht. Auch Fabio Balde schlägt sich mit gesundheitlichen Problemen herum und ist den Nachweis der Bundesligatauglichkeit bislang schuldig geblieben. Entsprechend rückt der Transfermarkt erneut in den Fokus.
Das Winterfenster ist noch bis Montag geöffnet. Sportdirektor Claus Costa arbeitet daran, nach der bevorstehenden Verpflichtung von Albert Grönbaek weitere Optionen ins Visier zu nehmen. Auch Polzin bestätigte: „Wir sind im Offensivbereich sehr wachsam und führen viele Gespräche. Das ist völlig logisch, es wäre ja falsch, wenn wir das nicht täten.“
Ursprünglich wollte der HSV im Winter maximal zwei Offensivkräfte holen. Mit Damion Downs und Grönbaek galt der Plan als erfüllt. Die aktuelle Entwicklung zwingt die Verantwortlichen jedoch zum Umdenken. Laut Hamburger Abendblatt deutet vieles darauf hin, dass die Rothosen noch einmal reagieren und gezielt nach einem dribbelstarken Flügelspieler suchen.

