Der HSV schließt einen seiner Leistungsträger vorerst vom Spiel- und Trainingsbetrieb aus. Jean-Luc Dompé wurde nach einem erneuten Fehlverhalten abseits des Platzes bis auf Weiteres suspendiert.
Hintergrund ist ein Vorfall am vergangenen Sonntag, als Dompé bei einer Verkehrskontrolle mit 1,4 Promille Alkohol im Blut erwischt wurde und seinen Führerschein abgeben musste. Am Mittwochabend berichtete zunächst die Bild darüber.
In einer offiziellen Mitteilung betonte der Klub einen Tag darauf, dass Profis nicht nur sportliche Leistungsträger, sondern auch „Vorbilder und Repräsentanten des Vereins“ seien. Dompé sei dies in einem klärenden Gespräch nochmals eindringlich vor Augen geführt worden. Über weitere Konsequenzen, wie zusätzliche Geldstrafen oder vereinsinterne Maßnahmen, will der HSV nach internen Beratungen entscheiden. Klar ist, dass der 30-Jährige das anstehende Heimspiel gegen den FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr) verpassen wird.
Der Vorfall ist besonders heikel, da der Franzose bereits zuvor mit einem schwerwiegenden Verkehrsdelikt auffiel. Im Februar 2023 war er zusammen mit Teamkollege William Mikelbrencis in ein illegales Straßenrennen verwickelt, setzte dabei einen BMW in eine Bushaltestelle auf St. Pauli und flüchtete vom Tatort. Für dieses Vergehen musste Dompé rund 45.000 Euro zahlen.
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Polzin über Dompé-Vorfall: „Keine gute Situation für uns“
Merlin Polzin kommentierte die Suspendierung auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel und stellte dabei nochmals die Haltung des HSV klar: „Keiner ist größer als der Verein. Unser Statement ist ein klares Zeichen, welches Verhalten wir an den Tag legen wollen.“ Man stehe „einstimmig zu dieser Entscheidung.“
Gleichzeitig betonte der Trainer, dass das Team sich auf das sportlich Wichtige konzentrieren müsse. „Meine Verpflichtung unserer Mannschaft gegenüber ist, dass wir uns mit den Dingen beschäftigen, die für Samstag wichtig sind. Im Nachgang des Spiels werden wir in Ruhe und ohne Emotionen über die nächsten Schritte sprechen“, so Polzin. Trotz des Vorfalls sei die Stimmung in der Mannschaft positiv. Das Team brenne darauf, „sich mit einer der besten Mannschaften Europas zu messen.“
Und dennoch: „Natürlich ist die Enttäuschung groß“, stellte Polzin klar. „Da mache ich aufgrund meiner persönlichen Beziehung zu ihm keinen Hehl draus. Ich habe die Ausfälle angesprochen, das ist auch sportlich keine gute Situation für uns.“
Dompé, der einen engen persönlichen Draht zu Polzin und seinem französischsprachigen Co-Trainer Loic Fave besitzt, muss nun ein weiteres Mal beweisen, dass er aus seinen Fehlern lernen kann. Ob und wann er die Chance dazu erhält, dürfte sich allerdings erst in der kommenden Woche herauskristallisieren.

