Die personelle Lage in der HSV-Offensive ist angespannt. Sie verschärft den ohnehin bestehenden Handlungsdruck auf die sportliche Führung.
Beim Training am Montag fehlten mit Robert Glatzel, Damion Downs und Fabio Baldé gleich drei Angreifer, hinzu kommen die Langzeitverletzten Yussuf Poulsen und Alexander Røssing-Lelesiit. Auch Jean-Luc Dompé hat sich seinen hartnäckigen Achillessehnenproblemen noch immer nicht entledigt. Zwar dürften einige Rückkehrer bald wieder zur Verfügung stehen, doch die Ausfälle haben schonungslos offengelegt, wie dünn der Kader in der Spitze aktuell besetzt ist.
Trainer Merlin Polzin macht daher keinen Hehl daraus, dass sich bis zum Ende der Winter-Transferperiode noch etwas tun soll. „Es wird diese Woche in die eine oder andere Richtung auf jeden Fall etwas passieren“, kündigte der 35-Jährige am Montag an. Und weiter: „Klar sind wir daran interessiert, auf verschiedenen Positionen zu schauen, ob sich etwas auftut.“ Gleichzeitig mahnt Polzin zur Vorsicht und verweist auf die Rahmenbedingungen. Ein Winter-Transferfenster sei „immer herausfordernd.“
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Vor allem die offensive Ausbeute bereitet Sorgen. Nur 17 Ligatore stehen bislang zu Buche. Polzin ordnet die Situation zwar ein, sieht aber dennoch Verbesserungspotenzial: „Werder hat auch nicht viel mehr Tore. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen, aber klar, wollen wir uns da verbessern.“ Sportdirektor Claus Costa sucht laut Vereinsumfeld nach bis zu zwei Offensivspielern sowie einem Backup für Linksverteidiger Miro Muheim.
Die große Frage dabei: Wie viel Geld steht dem HSV noch zur Verfügung? Laut Informationen der Mopo liegt das verbleibende Winter-Budget im mittleren einstelligen Millionenbereich. Das eröffnet durchaus Handlungsspielraum, setzt zugleich aber auch klare Grenzen. Teure Königstransfers sind kaum realistisch, gezielte Verstärkungen hingegen schon.
Mit Blick auf die anstehende Partie gegen den FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr) braucht Polzin zudem kreative Lösungen. „Bei den Spielern, die wir haben, machen wir uns Gedanken, wie wir sie einsetzen können. Ob das jetzt eine Änderung der Grundordnung zur Folge hat oder eine positionsbezogene Aufgabe, die anders gestaltet wird“, analysiert der gebürtige Hamburger.

