Der HSV hat eine weitere deutliche Stellungnahme abgegeben. In einem Statement widerspricht der Aufsichtsrat den jüngsten Aussagen von Stefan Kuntz zu den Hintergründen seines Ausscheidens.
Am Montagnachmittag veröffentlichte der Klub eine Mitteilung, in der von „nachweislich unwahren“ Darstellungen des ehemaligen Sportvorstands die Rede ist. Auslöser war ein Kuntz-Interview gegenüber der Süddeutschen Zeitung, in dem er erklärte, weder über konkrete Vorwürfe informiert worden zu sein noch die Möglichkeit gehabt zu haben, sich dazu zu äußern. Genau diese Version weist das Kontrollgremium nun entschieden zurück.
Nach Angaben des Aufsichtsrats habe es „glaubhafte Hinweise auf schwerwiegende Pflichtverletzungen“ gegeben, die interne Ermittlungen erforderlich machten. Mehrere Hinweisgebende hätten das Fehlverhalten unabhängig voneinander geschildert, weshalb ein rasches und konsequentes Handeln von Nöten gewesen wäre. Das sei auch „aus Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden und den Werten des Vereins“ geschehen.
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HSV-Aufsichtsrat sah weiteres Statement als notwendig an
Besonders ausführlich geht der Aufsichtsrat auf den Vorwurf ein, der 63-Jährige sei nicht angehört worden. „Am 18. Dezember wurde Stefan Kuntz förmlich über die Untersuchung informiert; am 19. Dezember wurden seinen damaligen Anwälten in anonymisierter Form die Inhalte sämtlicher bis dahin vorliegender Zeugenaussagen mitgeteilt“, erläutert der Aufsichtsrat. Doch selbst ein von Kuntz gewünschter Termin Ende Dezember sei letztlich nicht für eine Anhörung genutzt worden, sondern für Verhandlungen über einen Aufhebungsvertrag.
Auch den Eindruck, Kuntz sei zu einer einvernehmlichen Trennung gedrängt worden, weist der Aufsichtsrat zurück. Vielmehr habe es sich um eine bewusste Entscheidung gehandelt, um eine längere und möglicherweise öffentliche Untersuchung zu vermeiden. Diese Entscheidung habe Kuntz nach Beratung durch mehrere Anwälte selbst getroffen.
Dass sich der Klub nun dennoch ein weiteres Mal äußert, begründet er mit den jüngsten Medienberichten und den Aussagen Kuntz’. „Der Aufsichtsrat des HSV hält es im Interesse sämtlicher betroffener Personen für bedauerlich, dass diese öffentlichen Richtigstellungen erforderlich geworden sind, und bittet um Verständnis, dass er weder die selbst festgestellten Pflichtverletzungen im Einzelnen mitteilen wird, noch Medienberichte Dritter zu angeblichen sonstigen Sachverhalten kommentieren kann“, heißt es abschließend.

