Der HSV hat gegen Borussia Mönchengladbach wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg verpasst. Nach zahlreichen vergebenen Chancen musste man sich mit einem torlosen Remis begnügen.
Alle Kennzahlen dieses Fußballspiels lassen eigentlich einen deutlichen Sieg des HSV vermuten. 57 Prozent Ballbesitz, 23:5 Abschlüsse und 12:0 Torschüsse untermauern die Dominanz, die der Aufsteiger insbesondere in der ersten Halbzeit an den Tag legte. Doch ähnlich wie schon gegen den VfL Wolfsburg (0:1) und auch in anderen Begegnungen verpassten es die Hamburger, aus ihrer klaren Überlegenheit Kapital zu schlagen.
„Wir sind auf jeden Fall enttäuscht“, resümierte der auffällige Miro Muheim nach Abpfiff. „Nach der ersten Halbzeit müssen wir mit einer Führung in die Pause gehen. Das Einzige, das gefehlt hat, sind die Tore.“ Auch der Schweizer Linksverteidiger zog eine Parallele zum Wolfsburg-Spiel: „In beiden Spielen haben wir nicht gewonnen. Das ist natürlich schade.“
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Polzin: HSV muss in der Bundesliga „mit jedem Punkt zufrieden sein“
Ein weiterer Wermutstropfen: Bei einem Sieg hätte der HSV einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller machen und seinen Vorsprung auf den Relegationsplatz auf immerhin sechs Zähler ausbauen können. Trotz dieser verpassten Chance war Cheftrainer Merlin Polzin sichtlich darum bemüht, die positiven Aspekte der Partie in den Mittelpunkt zu rücken.
„Nach sieben Jahren in der zweiten Liga sollten wir in der Bundesliga mit jedem Punkt zufrieden sein. Natürlich hätten es heute auch zwei Punkte mehr sein können, aber wir nehmen den Punkt mit und versuchen es beim nächsten Mal besser zu machen“, erklärte der 35-Jährige auf der anschließenden Pressekonferenz.
Immer wieder verwies Polzin in diesem Zuge auch auf die Weiterentwicklung im Vergleich zur Anfangsphase der Saison. „Unser Verteidigen war deutlich aggressiver, als es wir es in der Hinrunde gezeigt haben. Das ist der nächste Schritt, den wir mit der Mannschaft gehen wollen. Davon konnte man heute schon Einiges sehen.“
Und trotzdem: Das bereits dritte 0:0 in dieser Spielzeit, das zweite davon gegen Gladbach, wurmte auch den Coach. „Ich würde ein Spiel nehmen, in dem wir weniger ansehnlich, dafür aber erfolgreicher sind“, fasste Polzin den Fußballnachmittag zusammen und dürfte damit so manchem HSV-Fan aus der Seele gesprochen haben.

