Der Fokus auf den Fußball ist beim HSV in den vergangenen Tagen stark in den Hintergrund gerückt. Die kontroversen Schiedsrichter-Entscheidungen bei der bitteren 1:2-Niederlage in Freiburg scheinen ebenso vergessen wie das anstehende Heimspiel gegen Bayer Leverkusen.
Vor der letzten Partie der Hinrunde dreht sich im weiten Rund der Hansestadt nahezu alles um Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz. Dem 63-Jährigen wird von Seiten mehrerer HSV-Mitarbeiterinnen verbale sexuelle Belästigung vorgeworfen. Der Aufsichtsrat hält die Anschuldigungen für „glaubhaft“ und spricht in einem offiziellen Statement von „einem schwerwiegenden Fehlverhalten“. Kuntz selbst wies die Bezichtigung am Sonntagabend via Instagram zurück und sieht sich als Opfer einer „Verleumdungskampagne“.
Dass das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist, dürfte klar sein. Zunächst wollen sich die Rothosen allerdings voll und ganz ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit widmen. „Dem Statement des Aufsichtsrates ist vorerst nichts hinzuzufügen“, erklärte Pressesprecher Philipp Langer am Montagnachmittag auf der Pressekonferenz vor dem Leverkusen-Spiel.
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Klar ist jedoch: Die Kontroverse rund um Kuntz macht auch vor den HSV-Spielern keinen Halt. „Natürlich haben wir darüber gesprochen, es ist in der Mannschaft ein Thema“, bestätigte Merlin Polzin. Zeitgleich gab der Chefcoach die Marschroute für das schwierige Duell mit Leverkusen vor. „Mein Motto und unser Credo ist, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen zu können.“
Trotz der enormen Unruhe habe sich das Team „maximal professionell vorbereitet“ und sei gewillt, „es besser zu machen als am Samstag“. Am 16. Spieltag unterlag der HSV mit 1:2 beim SC Freiburg.
Die zahlreichen fragwürdigen Entscheidungen von Schiedsrichter Timo Gerach wollte Polzin dabei nicht als alleinige Ausrede für die Niederlage gelten lassen. „Uns haben viele Dinge nicht gefallen. Vor allem in der ersten halben Stunde haben wir es nicht geschafft, die richtigen Auslöser zu finden“, merkte der 35-Jährige kritisch an. Das gelte es nun gegen den Champions-League-Teilnehmer aus dem Rheinland besser zu machen.

