Das überraschende Aus von Stefan Kuntz als Sportvorstand des HSV hat eine zentrale Frage aufgeworfen: Wie stellt sich der Klub künftig an der Spitze auf?
Fest steht bislang nur, dass sich der Aufsteiger bei dieser Entscheidung bewusst Zeit nimmt. In den kommenden Wochen sollen verschiedene Profile und Konstellationen geprüft werden, auch prominente Namen kursieren bereits.
Wie Sport Bild nun berichtet, wird unter anderem Oliver Bierhoff als möglicher Kandidat gehandelt. Der frühere Manager der deutschen Nationalmannschaft bringt nicht nur große Erfahrung im Spitzenfußball mit, sondern auch eine klare Verbindung zum HSV. Bierhoff spielte Ende der 1980er-Jahre selbst für die Hamburger und gilt als Sympathisant des Klubs.
Mit seiner öffentlichen Strahlkraft und seinem Netzwerk könnte der Europameister von 1996 dem HSV auf Vorstandsebene ein neues Profil geben. Für Bierhoff wiederum wäre der HSV ein reizvolles Projekt. Der Hype rund um die Rothosen ist seit Monaten enorm, zudem verläuft die Bundesliga-Rückkehr sportlich bisher nach Plan.
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HSV: Auch Boldt und Wohlgemuth im Fokus
Neben Bierhoff steht auch Fabian Wohlgemuth im Kurs. Der aktuelle Sportvorstand des VfB Stuttgart genießt wegen seiner extrem erfolgreichen Arbeit im Schwabenland vereinsintern ein hohes Ansehen. Zudem kennt Wohlgemuth den HSV bereits aus früherer Zeit, als er im Juniorenbereich tätig war. Ein Wechsel wäre allerdings kompliziert und keinesfalls günstig, da er in Stuttgart noch bis 2027 unter Vertrag steht. Ob sich Wohlgemuth einen solchen Schritt vorstellen kann, bleibt ebenfalls offen.
Darüber hinaus wird auch eine interne Lösung diskutiert. Direktor Sport Claus Costa hat sich während der Kuntz-Zeit als treibende Kraft in der Kaderplanung etabliert und hinterließ in den Gremien zuletzt einen starken Eindruck. Finanzvorstand Eric Huwer, der maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Nord-Klubs beigetragen hat, könnte perspektivisch sogar zum Gesamtvorstandschef aufsteigen. Aufsichtsratschef Michael Papenfuß betonte daher erst kürzlich, der HSV sei „wettbewerbs- und handlungsfähig“ und verspüre keinen Zeitdruck.
Eine weitere Möglichkeit könnte in einer Rückholaktion von Jonas Boldt liegen. Der 43-Jährige leitete die Geschicke des HSV schon zwischen 2019 und 2024 und lebt noch immer in Hamburg. Laut Sport Bild habe Boldt selbst durchaus Interesse an einer Rückkehr. Die präferierte Lösung der Vereinsführung dürfte er allerdings nicht sein.

