Der Abschied von Stefan Kuntz war für viele HSV-Fans ein Schock. Bei den Anhängern erfreute sich der Sportvorstand einer großen Beliebtheit.
Doch hinter den Kulissen sah das offenbar ein wenig anders aus. Wie ein aktueller Bild-Bericht zeigt, war Kuntz intern deutlich umstrittener, als es das öffentliche Auftreten und die sportliche Erfolgsbilanz vermuten lässt.
Zwar führte der 63-Jährige den HSV nach sieben Jahren Zweitklassigkeit zurück in die Bundesliga, doch sein Führungsstil sorgte demnach mehrfach für Diskussionen. Das galt unter anderem für die Suche nach einem Nachfolger für Ex-Trainer Steffen Baumgart. Kuntz hatte Bruno Labbadia bereits eine Zusage erteilt, diese dann jedoch wenige Tage später per WhatsApp zurückgezogen.
Ähnliche Abläufe soll es auch bei Gesprächen mit einer möglichen Alternative zu Sportdirektor Claus Costa gegeben haben. Mehrere Treffen und einer weitgehenden Einigkeit folgte eine kurzfristige Absage.
Und auch in Vertragsverhandlungen hinterließ Kuntz offenbar verbrannte Erde. Im Poker mit Torjäger Davie Selke sollen mündlich andere Zahlen genannt worden sein als später im schriftlichen Angebot. Selke wechselte daraufhin in die Türkei. Nicht zuletzt aus diesen Gründen hielt sich die Trauer auf der Geschäftsstelle nach Kuntz’ Abschied in Grenzen.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Kuntz-Gespräche verliefen wohl stockend
Sportlich hatte Kuntz ohnehin nicht in allen Bereichen das letzte Wort. Die Kaderplanung lag weitgehend in den Händen von Sportdirektor Costa, der zuletzt mit gelungenen Sommer-Transfers und enger Abstimmung zu Trainer Merlin Polzin punkten konnte. Als starker Mann innerhalb des Klubs gilt außerdem Finanzvorstand Eric Huwer. Der Aufsteiger sieht sich auf der Führungsebene daher gut aufgestellt und plant keine spontane Verpflichtung eines Kuntz-Nachfolgers.

