Beim HSV will kurz nach dem Jahreswechsel einfach keine Ruhe einkehren. Im Mittelpunkt der aktuellen Turbulenzen steht Daniel Peretz.
Offenbar ist der Leihkeeper nicht mehr gewillt ist, regulär mit der Mannschaft zu trainieren. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge blieb der vom FC Bayern ausgeliehene Torwart dem Volkspark auch am zweiten Trainingstag fern.
Nachdem Peretz bei der Auftakteinheit am Freitag noch mit Anreiseproblemen entschuldigt worden war, erschien er am Samstag zwar im Trainingszentrum, trainierte jedoch nicht mit dem Team. Stattdessen soll der 25-Jährige gemeinsam mit seinem Berater vorstellig geworden sein und erklärt haben, er fühle sich mental nicht in der Lage, mit der Mannschaft zu arbeiten. Ein Alleingang im Kraftraum ersetzte die Einheit mit den Kollegen und sorgte für erhebliche Irritationen.
Nur die Raute – Alle News rund um den HSV
Causa Peretz: HSV will erst Ersatz verpflichten!
Hintergrund ist der klare Wechselwunsch des israelischen Nationaltorhüters. Peretz drängt auf einen Abgang Richtung England, wo der FC Southampton seit Längerem Interesse zeigt. Allerdings ist die Situation kompliziert: Die Leihe vom FC Bayern enthält keine Klausel für eine vorzeitige Auflösung, zudem will der HSV einem Abgang erst zustimmen, wenn ein geeigneter Ersatz gefunden ist.
Gerade dieses Vorhaben stellt die Hamburger vor große Herausforderungen. Mit dem überraschenden Rücktritt von Sportvorstand Stefan Kuntz aus familiären Gründen ist die sportliche Führung geschwächt, die Kaderplanung im Winter scheint erschwert. Trainer Merlin Polzin bemüht sich zwar um Gelassenheit und betont die Handlungsfähigkeit des Vereins, doch die Personalie Peretz belastet die gerade erst wieder aufgenommene Vorbereitung spürbar.
Schon in den vergangenen Monaten hatte der Schlussmann immer wieder für Aufsehen gesorgt. Hinter Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes blieb Peretz nur die Rolle des Herausforderers, Einsätze sammelte er ausschließlich im DFB-Pokal. Daher liebäugelte er öffentlich mit einem vorzeitigen Abgang. Nun droht der Konflikt zu eskalieren und die Unruhe beim HSV weiter zuzunehmen.

