Der HSV unterlag im Stadtderby dem FC St. Pauli. Beim 0:2 stellten sich auch Fragen nach der Rolle von Daniel Heuer Fernandes, die dieser nach Spielende beantwortete.
Insgesamt war der Stadtrivale dem Hamburger SV über weite Strecken überlegen. Mitten in eine der besseren Phasen der Hausherren hinein fiel in der 60. Minute das letztlich vorentscheidende 0:2. Andreas Houtondji erlief einen möglicherweise zu vertikal gespielten Ball von Joel Fujita, umkurvte Daniel Heuer Fernandes und schob aus spitzem Winkel zum 0:2 ein.
Einige Beobachter attestierten dem für seine mitspielende Herangehensweise geschätzten HSV-Schlussmann ein zu zögerliches Verhalten beim Verlassen seines Tores. Im Sky-Interview erklärte Heuer Fernandes sein Vorgehen (via Abendblatt): „Es war viel Raum zwischen mir und der letzten Kette. Ich musste aufpassen, dass ich ihn nicht vor dem Strafraum erwische.“
Heuer Fernandes: Zurückweichen eine Folge des Torwarttrainings
Dementsprechend bewegte sich der 32-Jährige nicht energisch nach vorne. Stattdessen ging er sogar einige Schritte zurück, was sich aus den Vorstellungen von Torwarttrainer Sven Höh ergab. Dieser habe eine sogenannte rote Zone entwickelt, wonach es für die Keeper darum geht, den besten Winkel zur Abwehr zu haben, wenn der gegnerische Spieler zum Abschluss kommt. Oftmals funktionierte dieser Ansatz. Das Verhalten in Eins-gegen-eins-Situationen gehört zweifellos zu den Stärken von Heuer Fernandes.
In dieser Szene machte er jedoch wieder einige Schritte nach vorne, woraufhin Houtondji vorbeizog und eiskalt vollendete. „Ich habe schnell gemerkt, dass er mich umkurven will. Am Ende kommt er mit einem hohen Tempo“, so der schon seit 2019 beim HSV aktive Schlussmann, dem dennoch ein gewisser Anteil am Gegentor anzukreiden ist.
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Anschließend verhinderte er mit seinen Paraden eine noch höhere Niederlage. Nach der Länderspielpause dürfte der sich im Duell mit Daniel Peretz knapp durchsetzende Heuer Fernandes im Auswärtsspiel beim FC Bayern München (13. September, 18.30 Uhr) erneut im Blickpunkt stehen.
(Photo: Getty Images)